Eid und Ethos des Arztberufes –  Ein nostalgisches Projekt?

 

 

 

 

hintere Reihe v.l. Peter Nienhaus, Catherina Stauch, Martin Grauduszus; vordere Reihe v.l. Prof. Jean-Pierre Wils und Martin Pulvermann


Am 12. Oktober 2018 konnte der Hambacher Bund Herrn Professor Jean-Pierre Wils, Jahrgang 1957, Ordinarius für theologische Ethik sowie Ordinarius für Kulturtheorie der Moral an der Universität Nijmegen in den Niederlanden und den noch Medizinstudenten der gleichen Universität Martin Pulvermann im Haus der Ärzteschaft in Düsseldorf begrüßen. Thema war die  moderne Entwicklung der Patientenversorgung im Zeitalter der Digitalisierung und Ökonomisierung.

Herr Professor Wils widmete sich u.a. der Frage: „Was für eine Gesundheitswesen sollten wir aus ethischer Sicht wollen?“. Er beschrieb  das Arzt-Patientenverhältnis als ein besonderes, das nicht vergleichbar sei mit anderen menschlichen Beziehungen und das schützenswert sei. Er wandte sich gegen die Entkernung des medizinischen Berufes durch Umwandlung des Patienten zu einem Kunden, wodurch Ärzte zu Verkäufern würden.  Es fände eine Transformation des Gesundheitswesens mit bisher nicht dagewesenen Bezugspunkten statt: von der Hinwendung zum rein Monetären, zum Wettbewerb mit sogenannten Exzellenzinitiativen und nach Managementkriterien. Beispielhaft beschrieb er die Berufung eines ehemaligen Rotterdamer Hafenmanagers zum Geschäftsführer des Klinikum Utrecht.

Martin Pulvermann erläuterte u.a. eindrucksvoll seine Erfahrungen im Forschungssemester, in welchem er eine Befragung in der Geriatrie durchführen sollte. Nachdem er eine gewisse Anzahl von Befragungen durchgeführt hatte, eröffnete ihm der betreuende Professor, dass er zu langsam sein und nun der Rest der Befragung durch den Roboter, namens „Pepper“ durchgeführt werden solle.



EINLADUNG

Sehr verehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,  sehr geehrte Studierende der Medizin,

wichtiger denn je ist in diesen Zeiten, geprägt von Digitalsierung der Medizin und Deprofessionalisierung, die ständige Besinnung und Reflektion auf ein unerlässliches Teilstück des Fundamentes unseres Berufes. Deshalb laden wir Sie sehr herzlich ein zu Vortrag, Diskussion und Gedankenaustausch.

Eid und Ethos des Arztberufes –  Ein nostalgisches Projekt?


Referenten
:

Prof. Dr. Jean-Pierre Wils 
Ordinarius für Philosophische Ethik und Kulturphilosophie  Radboud Universität Nijmegen (NL) 
Präsident der Schweizer Eid-Kommission  der Stiftung Dialog Ethik (Zürich)

cand.med. Martin Pulvermann
Radboud Universität Nijmegen

Freitag, 12.10.2018, 19.00h c.t. 
Haus der Ärzteschaft 
Raum AC-EG 2. 1-4 
Tersteegenstr. 9  40474 Düsseldorf

Wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen.    

Mit freundlichen kollegialen Grüßen       

Dr. med. Peter Nienhaus           Martin Grauduszus            Dr. med. Catherina Stauch                   
Vorsitzender                                stv. Vorsitzender                      Schatzmeisterin